Suche:

PARTNER 2012:

Facebook

AWH

MDDSL

Volksstimme

Kreissparkasse

HELMSTEDTER SONNTAG

KID Magdeburg

wie in Omas Küche

www.motorsportarena.de

K. Walkhoff

EDEKA
E-neukauf-Markt Gieseke Musikbox

Das Grenzdenkmal in Hötensleben

Kurze Geschichte der deutsch-deutschen Grenze

 

Die Siegermächte teilten 1945 zum Ende des zweiten Weltkrieges Deutschland in vier Besatzungszonen auf. Die Demarkationslinien zwischen den westlichen Besatzungszonen der USA, Großbritanniens und Frankreichs wurden bald aufgehoben. Daher bezog sich der Begriff Zonengrenze nur noch auf die Grenze zwischen den westlichen Besatzungszonen (Westdeutschland) und der Sowjetischen Besatzungszone (Ostdeutschland). Der Name deutsch-deutsche Grenze wurde 1949 mit der Gründung der beiden deutschen Staaten (BRD, DDR) amtlich. Er hat sich aber nie durchgesetzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde weiterhin von der Zonengrenze oder von der Innerdeutschen Grenze gesprochen.

 

Die Demarkationslinie zur Bundesrepublik wurde 1952 von der DDR veranlasst und durch die „Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und den westlichen Besatzungszonen" vom 26. Mai 1952 untermauert. Bürokratisch wurde dieser Vorgang am 18. Juni 1954 mit der Anordnung über die „Neuregelung der Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und Westdeutschland" geregelt.

 

Es wurde eine Grenze mit einem 10 Meter breiten Kontrollstreifen geschaffen, der am Westrand mit einem Stacheldrahtzaun gesichert wurde. Der Schutzstreifen betrug 500 Meter. Die Sperrzone wurde zunächst auf 5 Kilometer festgelegt. Die Bewohner dieser Sperrzone mussten sich viele Schikanen gefallen lassen. Alle Bewohner wurden registriert. Besucher benötigten einen Wochen vorher zu beantragenden Passierschein zur Einreise in die Sperrzone. Durch die „Aktion Ungeziefer" 1952 und die „Aktion Kornblume oder Festigung" 1961 wurden „ vertrauensunwürdige" Bürger ins Hinterland zwangsausgesiedelt. Allein die Apostrophierung der Maßnamen spiegelt die Unmenschlichkeit des damaligen Regimes wieder.

 

Als Sichtschutz wurde erst ein einfacher Holzlattenzaun aufgebaut, der von einem fast unüberwindbarem doppelten Stacheldrahtzaun abgelöst wurde. Der offizielle Titel der Grenze wurde in der DDR mit Staatsgrenze West festgelegt.

Das Ziel, das die DDR mit dieser Demarkationslinienverstärkung verfolgte, war die Verhinderung einer Massenflucht in den Westen. Natürlich ist die offizielle Erklärung der DDR eine ganz Andere. Nach dem Scheitern der Stalinnote wurde die Tatsache des Kalten Krieges ausgenutzt und die Grenze wurde der Bevölkerung als „antifaschistische Schutzwall" präsentiert, der die DDR vor Aggressionen des Klassenfeindes schützen sollte. Die Grenze wurde als ganz normale Staatsgrenze hingestellt. Sie diente neben der Verhinderung der Massenflucht auch als „Eiserner Vorhang" zwischen zwei verschiedenen Gesellschaftsordnungen, da die anfängliche Appeasementpolitik der drei westlichen Siegermächte in eine Form des Containments gegenüber der UdSSR wandelte.

 

Ab 1961 wurde die Grenz teilweise vermint und mit Signalzäunen ausgerüstet. Ein weiteres unmenschliches Merkmal war die Ausstattung (1970-1983) mit Selbstschussanlagen die auf Seiten der DDR waren (Todesstreifen). Außerdem waren ca. 30.000 Grenzsoldaten der Grenztruppen kaserniert untergebracht, mit dem Befehl den Grenzverletzer in jedem Fall mit Waffengewalt „festzunehmen oder zu vernichten".

 

Ab 1971 wurden diese Sperrzonen teilweise verkleinert.

 

An der ca. 1400 Kilometer langen Grenze existierten ca. 900 km Grenzzaun, dazu auf ca. 450 km Selbstschussanlagen SM-70, ca. 250 km Minenfelder Typ 66, ca. 600 km Kfz-Sperrgräben und ca. 1000 Beobachtungstürme. „Abgehauene" Bürger wurden als „Republikflüchtlinge" diskreditiert; ihre zurückgelassenen Familien waren Repressionen ausgesetzt.

 

1983 wurde auf Betreiben von Franz-Josef Strauß mit dem Druckmittel des Milliardenkredites für die DDR die Selbstschussanlagen demontiert, die Minen gesprengt und durch Hundelaufanlagen ersetzt.

 

Mit dem „Mauerfall" am 9. November 1989 wurde die Grenze an zahlreichen Stellen passierbar. Der Tag der deutschen Einheit der 3. Oktober war das Ende der Mauer.

 

In Hötensleben ist ein kleiner Teil der Grenzanlagen als Denkmal erhalten geblieben, wobei die Unmenschlichkeit dieser Grenzeinrichtung dargestellt werden soll.

 

Veranstaltungsplan des Grenzdenkmalvereins und Veranstaltungen rund ums Denkmal

 

20.07. - 10.08.2012

15. Internationales Jugend-Workcamp mit Jugendlichen aus aller Welt 

27.-28.07.2012

Rock am Denkmal

13.08.2012 Gedenkfeier zum Bau der Mauer am 13.08.1961 mit dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff
 ganzjährig  Am Grenzdenkmal Hötensleben Führungen nach Anmeldung

 

***

 

Schwarz/weiß-Foto des Grenzdenkmals

 

Stacheldrahtzaun

 

Blick auf das Grenzdenkmal

 

Schneebedecktes Grenzdenkmal

 

Grenzdenkmal Hötensleben bei Nacht 

 

*** 

 

Als 1989 die Mauer fiel, wurde nicht nur die Teilung Deutschlands beendet. Das Glück und die Wiedervereinigung der Deutschen markierten auch das endgültige Ende des Ost-West-Konfliktes in Europa und der Welt. Seitdem werden "Wege zum Nachbarn" gesucht und gefunden. Dieses ist aktueller denn je. Denn das, was Grenzen anrichten können, wenn sie Ausdruck von Hass und Abschottung sind, bleibt auch künftig für die Menschheit ein belastendes Phänomen. Da ist es wichtig, die Erinnerung an überwundene Grenzen aufrecht zu erhalten.

 

Nur wenige Kilometer von Helmstedt entfernt, kann man in Hötensleben das ehemalige Grenzsystem im Originalzustand studieren. Auf einer Länge von 350 m und einer Fläche von 6,5 ha sind unter anderem die Sichtblendmauer, der Signalzaun, das Sicht- und Schussfeld mit Lichttrasse, Kolonnenweg und Kfz-Hindernis, die Grenzmauer und der Führungsturm mit Kfz-Stellung erhalten geblieben. Besonders beeindruckend ist der Verlauf der Sperranlage an dieser Stelle auch, weil sie unmittelbar hinter den Häusern des Ortes errichtet wurden.

 

 

www.grenzdenkmal.com

 

[zurück]

Bilder

Sachsen-Anhalt vernetzt



Startseite  |  Login  |  Impressum  |  Sachsen-Anhalt